Weitere Infos zum Waggon

Nach weiterer Recherche zeigt sich nun, dass der Eisenbahnwagon wohl aus dem 1880er/90ern stammen soll. Dies verriet mir telefonisch ein Mitarbeiter des Technischen Museums in Berlin.

Außerdem habe ich den Berliner Eisenbahnfreunde e.V. über Facebook drei Bilder vom Abteilwagen geschickt, diese haben herausgefunden, dass es sich um ein „Wagenkasten eines ehemaligen 3 Achsigen preußischen Abteilwagens, evtl. sogar eine Hälfte eines Pärchens wie es früher kurz gekuppelt auf der Berliner S-Bahn und im Vorortverkehr gefahren ist“ handeln sollte. Er vermutet:

.[..] der Wagen entspricht der Gattung B3 (B= 2. Klasse, 3 Achsen). Er hatte eine Westinghouse Schnellbremse (Wsbr) was ihn schon mal als Stadtbahn oder Vorort – Wagen kennzeichnen könnte. Die ehemalige Wagennummer lautet 1853 was darauf schließen lässt das er im Umzeichnungsplan der DRG von 1930 schon nicht mehr enthalten war, also schon vor 1930 ausgemustert wurde. Nur die 16,3? Meter Länge über Puffer sind verwirrend. Wenn der Wagen dem Musterblatt B3 pr 10a oder 10b entspricht, müsste diese Angabe eigentlich 13,08 heißen. Die Länge des Wagenkastens selbst sollte 11,38 Meter sein. […]

Berliner Eisenbahnfreunde e.V über Facebook

Deutsches Technikmuseum

Wie oben schon erwähnt, habe ich heute mit dem Deutschen Technikmuseum telefoniert. Der zuständige Mitarbeiter teilte mir mit, dass Sie den Wagon sehr gerne nehmen und restaurieren würden, leider fehlt ihnen, durch eine weitere Bergung vor kurzem, die Kapazität einen weiteren Dreiachser zu restaurieren/zu beherbergen. Netterweise fragt er für uns aber weitere Museen und Vereine an und würde bei einer Bergung mit seinem „Bergungs-Know-how“ unterstützen.

Die sozialen Medien spielen „verrückt“

Durch einen weiteren Tipp, habe ich einen Post auf dem Facebook Blog „Mahlsdorf LIVE“ entdeckt. Durch den Post wurde unser Grundstück ein kleiner Besuchermagnet. Als ich Mittwoch und Donnerstag vor Ort war, blieben immer wieder Autofahrer und Fußgänger stehen und schauten sich den Wagen an, einige von Ihnen kamen sogar extra deswegen vorbei.

„Mahlsdorf Live“ schrieb auf Facebook:

Spektakulärer Fund auf verwildertem Mahlsdorfer Grundstück: Bauarbeiter entdecken in Haus eingemauerten 110 Jahre alten Eisenbahnwagen
Einen kuriosen Fund machten vor wenigen Tagen Bauarbeiter bei der Beräumung eines seit 30 Jahren verwildernden Grundstücks in der Bergedorfer Straße – ummauert von den Wänden eines Wochenendhauses entdeckten sie einen Eisenbahnwagon, vermutlich mehr als 110 Jahre alt.
„Wir haben alle nicht schlecht gestaunt, dass auf dem Grundstück, welches wir seit der Wendezeit nur voller Bäume, Büsche und purer Natur kennen, plötzlich solch eine Rarität steht“, so eine Nachbarin.
Wie aber kam der Wagon nach Mahlsdorf und zu was diente er? Nach „Mahlsdorf LIVE“-Recherchen geht die Geschichte so: Anfang der 1930er-Jahre besorgen sich Wanderabeiter, die sich mit Gelegenheitsjobs in der Gegend über Wasser halten und kein Dach über dem Kopf haben den Salonwagen, der aus dem Jahr 1910 stammen soll. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangt eine Familie aus der Lausitz in den Besitz des Mahlsdorfer Grundstücks und baut sich darauf ein Wochenendhäuschen – der Wagon bleibt stehen, die Mauern werden um ihn herum hochgezogen und das Innere als Zimmer (noch heute stehen vereinzelt alte Möbel darin) genutzt. Auch ein Keller wird unter dem Wagen angelegt. 
Nach der Wende und dem Tod der Besitzer verwildert das Grundstück zusehends. Vom Eisenbahnwagen im Inneren des Wochenendhäuschens wissen nur Eingeweihte. Erst jetzt einigte sich die Erbengemeinschaft mit 18 Parteien auf den Verkauf des Mahlsdorfer Grundstücks und auf die damit einhergehende Beräumung.
Nun soll der Wagon in den nächsten Tagen abgeholt werden und anderswo als Schuppen genutzt werden. Das jedenfalls schrieb der derzeitige Eigentümer des Grundstücks auf dem Twitter-Account des Ostkreuzblog. Durch ein ins Internet gestelltes Foto von dessen Betreiber war „Mahlsdorf Live“ auf den Wagon aufmerksam geworden und begann zu recherchieren.

Mahlsdorf LIVE am 26.02.2019 auf Facebook

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